Bank Coop verschickt Kontoauszüge an die falschen Personen

Das Bankgeheimnis gehört hierzulande aber sicherlich insbesondere auch in der Schweiz zu den wertvollsten und höchsten Gütern. Die Verlässlichkeit der Schweizer Geldinstitute in diesem Bereich war nahezu sagenumwoben, so dass sich zahlreiche Kunden aus dem In – und Ausland äußerst sicher fühlen konnten. Doch nun schlug ein Ereignis dermaßen ein und hob damit die Grundfeste aus den Angeln, denn die Bank Coop verschickte Kontoauszüge zum Jahresende an die falschen Personen.

Dass dieses die Privatsphäre tatsächlich bis ins Mark erschütterte, lässt sich anhand der Stimmen der Betroffenen nur annähernd erahnen. Mehrere tausend betroffene Kunden sehen durch diese Aktion das so gerühmte Schweizer Bankgeheimnis stark angekratzt, ja sogar ausgehebelt. Doch wie konnte es eigentlich zu diesem bemerkenswerten Faux Pas kommen? Nach Insiderangaben zufolge wurde ein Programmfehler im Rechensystem als Verursacher ausgemacht.

„Was wir bezüglich der Ursache wissen ist, dass die falschen Zustellungen im Zusammenhang mit der Einführung einer neuen Punkteübersicht für das Supercard – Programm stattfanden, an welchem die Bank Coop teilnimmt», schreibt das Unternehmen. (Quelle NZZ).

Durch die so entstandene Panne wurden zahlreiche Kontoauszüge fälschlicherweise an fremde Kunden übersandt, die dadurch einen Einblick über diese sensiblen Daten erlangten. Nach Angaben der Coop Bank seien mehrere tausend Kunden davon betroffen, wobei das Geldinstitut keine konkreten Zahlen nennen konnte. Daher sollten sich Kunden über eine Hotline informieren, ob sie möglicherweise betroffen sein könnten. Seitens der Bank ist nun Schadensbegrenzung angesagt.

Ursachenforschung erfolgt durch unabhängige Dritte

Die Schadensbegrenzung umfasst mehrere Positionen. Zum einen sollten Analysen dazu führen, die konkrete Ursache der peinlichen Panne detailgenau zu eruieren. Dazu würden nach Aussage der Coop Bank, die mehrheitlich zur Baseler Kantonalbank gehört, unabhängige Dritte mit der intensiven und nachhaltigen Fehlersuche beauftragt, offensichtlich, um die Neutralität zu gewährleisten. Durch das Erkennen des Fehlers sowie dessen schnelle Behebung sollen künftig diese schwerwiegenden Zustände nicht mehr vorkommen.

Daneben entschuldigte sich das Unternehmen zunächst allgemein bei den möglichen Betroffenen und hofft darauf, dass weiterhin der Vertrauensbonus gewährt bleiben wird. Zudem sollen nach erfolgter Kontaktaufnahme gebeten werden, die falschen Kontounterlagen wieder an dis Bank zurückzusenden. Dazu werden umgehend die richtigen Dokumente den tatsächlichen Inhabern zugestellt.

Anstatt der Kontoauszüge beabsichtigte die Bank Coop ihre Kunden ursprünglich über so genannte Superpunkte informieren, die diese im Laufe des Jahres im Rahmen der verschiedenen Bankdienstleistungen gesammelt hatten. Aufgrund des angenommenen Fehlers in der EDV Anlage sei es nun zu diesem fatalen Ereignis und zu der bekannten Fehlsteuerung der Kontodaten gekommen, so die Verantwortlichen des Unternehmens.

Das gesamte Ausmaß der Aktion ist weder für die Bank Coop, noch für die betroffenen Personen aktuell zu überblicken. Inwieweit sich dieses insgesamt auswirken wird, lässt sich zurzeit nicht abschließend bewerten. Dazu bestehen durchaus unterschiedliche Szenarien, die sich daraus ergeben könnten wie zum Beispiel

  • Kontoauflösungen der Kunden
  • Weitergab von privaten Daten an unberechtigte Dritte
  • Mögliche Straftaten (Erpressung etc.) in diesem Zusammenhang
  • Ein hohes Maß an Vertrauensverlust
  • Einleitung strafrechtlicher Maßnahmen gegen das Geldinstitut

Anhand dieser kurzen Darstellung lässt sich schnell ableiten, welche Problematik sich aus dieser Aktion ergeben und auch noch ergeben könnte. Es bleibt jedoch aktuell abzuwarten, inwieweit das Ereignis tatsächlich Auswirkungen haben und in welcher Form dieses geschehen wird. Fest steht jedoch in jedem Fall, dass die Bank Coop sicherlich ein hohes Maß an Vertrauen verloren haben dürfte, da das am besten gehütete Geheimnis der Schweiz, das Bankgeheimnis, stark beschädigt worden ist.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen

Offiziellen Angaben zufolge hat bezüglich dieser peinlichen Panne auch die zuständige Staatsanwaltschaft Basel ihre Ermittlungen aufgenommen. Es werde ein polizeiliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Verletzung des Bankgeheimnisses eröffnet, so ein Sprecher der Behörde. Dieses wurde aufgrund des großen öffentlichen Interesses und der offiziellen Medienmitteilungen vorgenommen.
Inwieweit jedoch tatsächlich ein Straftatbestand vorliegen würde, vermochte zu Beginn der Ermittlungen nicht angegeben werden. Sollte dieses sich jedoch bestätigen, so würde offensichtlich ein Strafverfahren von Amts wegen eingeleitet.