Bausparen

Die Bausparkassen und alte Kundenverträge

Bausparen ist eine recht gute Investition. Vor allem dann, wenn man sich in späteren Jahren zum Ziel gesetzt hat, einmal eine Immobilie zu erwerben und dazu das finanzielle Poster im Hintergrund benötigt. Im Allgemeinen zahlen interessierte Kunden beim Abschluss eines Bausparvertrages eine bestimmte Summe an Geld ein und erhalten darauf Guthabenzinsen. Diese Verträge laufen dann einige Jahre, wobei die meisten eine Laufzeit von sieben bis zehn Jahren haben. Ist das angesparte Geld aus dem Bausparvertrag fällig, kann dieses in Form eines zinsgünstigeren Darlehens abgerufen werden. Hiermit lassen sich große Wünsche erfüllen. Die Zinsen, welche der Kunde auf einen solchen Bausparvertrag bekommt, sind ständigen Schwankungen ausgesetzt und liegen heute meist unter einem Prozent.

Wohl dem also, wer noch einen alten Bausparvertrag aus Ende der neunziger Jahre oder Anfang der 2000er bei sich hat. Denn diese Verträge sind mit zum Teil drei bis vier Prozent Zinsen noch gute Investitionen. Dies wissen natürlich auch die Sparer und möchten ihre alten Verträge nach wie vor behalten, statt diese in ein Darlehen umzuwandeln. Viele sehen ihren Vertrag eher als potentielle Sparquelle statt eines Kredites an und lassen diese auch Jahre nach der eigentlichen Auszahlungsfrist einfach unberührter liegen. Und genau dies ist für viele Bausparkassen zu einem Problem geworden.

Viele Gerichte geben Banken Recht

Seit einiger Zeit gehen immer mehr Bausparkassen dazu über, einfach die Altverträge der Kunden zu kündigen. Hierbei kommen oftmals recht unterschiedliche Kündigungsgründe zum Tragen, und nicht selten landen Kunden und Bank vor Gericht. Denn das eigentliche Ziel eines Bausparvertrages besteht darin, das angesparte Geld nach einiger Zeit in ein zinsgünstiges Darlehen umzubauen.

So mancher Richter rechtfertigt eine Kündigung dann, wenn ein Bausparvertrag die Bausparsumme durch Sparleistungen und Zinsen vollständig erzielt hat. Denn in solchen Fällen kann das bereits erwähnte Ziel des Bausparens, nach dem Sparen ein zinsgünstiges Darlehen aufzunehmen, nicht mehr verfolgt werden, da die durch das Darlehen abzudeckende Summe auch so bereits erzielt wurde.

Viele dieser Verträge laufen bereits seit 15 Jahren und länger. Somit wären sie eigentlich längst zur Auszahlung und Umwandlung fällig. Die Kunden lassen jedoch die angesparte Summe einfach auf dem Vertrag liegen, ohne dieses Darlehen abzurufen. Dies kann in vielen Fällen zur Kündigung führen.

Die Bonuszinsen im Bausparvertrag

Ein wenig anders sieht es aus, wenn die Bausparkasse Klauseln – wie etwa Bonuszinsen – in den Bausparvertrag einbettet, wonach der Vertrag früher fällig wäre. So manche Bank hatte sich bei der Kündigung darauf bezogen, dass die Bausparsumme unter Einberechnung dieser Bonuszinsen erreicht sei. Dies wurde jedoch vom Oberlandesgericht Celle als unzulässig gewertet. Hier haben Kunden das Recht, sich gegen die Kündigung zu wahren, da sie nur selbst eine Entscheidung bezüglich der Bonuszinsen fällen können.