Gold als Anlage

Die Deutschen gieren nach dem Gold

Das Interesse der Deutschen an Gold als Vermögenssicherung ist in den vergange-nen Jahren gewachsen. 2016 erreichte die Nachfrage ein Rekordhoch und daran hat-ten neue Wertpapiere einen maßgeblichen Anteil.

Die Stunde des Goldes

Es hat den Anschein, dass die Stunde für Gold geschlagen hat. Die Renditen auf An-leihen wurden durch die Niedrigzinsen der Zentralbanken in neue Tiefen getrieben, die amerikanischen und Europäischen Aktienmärkte eilen zu gleicher Zeit in schwin-delerregende Höhen und von den Experten wird vor den neuen Risiken oder gar „bla-senähnlichen Zuständen“ gewarnt.

Also wann, wenn nicht jetzt, ist das Krisenmetall Gold lohnenswert, denken sich immer mehr Deutsche. Im vergangenen Jahr sind laut einer Analyse des Gold-Interessenverbandes World Gold Council knapp 7 Milliarden Euro in Gold investiert worden. Damit erhöhen sich die Bestände um rund 190 Tonnen – so viel wie nie zu-vor. Die meisten der Edelmetall-Anleger haben so vor, sich vor den stürmischen Zeiten an der Börse zu sichern, und es geht ihnen hier als allererstes um die Wertsicherung und nicht um die lockenden Gewinne.

Vermögenssicherung steht im Vordergrund

Laut einer Umfrage des Gold-Interessenverbandes World Gold Council, die unter 2000 Deutschen Anlegern durchgeführt wurde, gaben 57 % der Befragten an, dass für sie der wichtigste Punkt die Vermögenssicherung sei. Nur rund ein Viertel von ihnen er-klärte, dass sie langfristig auf eine Wertsteigerung hoffen.

In der Studie heißt es wortwörtlich: „Angesichts einer Abfolge von Finanzkrisen und lo-ckerer Geldpolitik wollen deutsche Anleger mit Gold ihr Vermögen sichern” und es kann tatsächlich ein Zusammenhang erkannt werden.

Nach dem ersten Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 , durch den eine internationale Finanzkrise ausgelöst wurde, stiegen die Goldbestän-de im Vergleich zum Vorjahr auf 133 Tonnen und das war mehr als das Dreifache. Die jährlichen Zuwächse halten sich seit diesem Zeitpunkt konstant über der 100-Tonnen-Marke. Die Ära wird von dem World Gold Council auch als „Deutschlands goldenes Jahrzehnt“ bezeichnet.

Deutsche setzen auf physisches Gold

Die Deutschen setzen bislang auf das physische Gold und das heißt, es wird Gold in Muenz- oder Barrenform gekauft. Je nachdem was der Anleger sich leisten kann. Erstmalig kam 2016 der Trend auf, Gold in Wertpapieren zu kaufen. Dabei handelt es sich um die sogenannten Exchange Traded Products (ETP). Diese sind mit physi-schen Gold besichert und bilden den Goldpreis nach. Bei den Bestandszuwächsen kamen die ETPs in Deutschland im vergangenen Jahr auf einen Teil von rund 40 %.

In Deutschland stellt das Xetra-Gold von der Deutschen Börse das bedeutendste Wertpapier dar. In diesem Jahr überstiegen die Goldbestände, die in den Tresoren von Clearstream Banking verwahrt werden, erstmalig 170 Tonnen. Anleger die Xetra-Gold besitzen, können sich das Gold auch ausliefern lassen und das bereits ab einem Gramm. Von der Deutschen Börse wurde berichtet, dass das bereits 900-mal vorge-kommen sei. Aber dieses Gold hat auch seinen Preis: Ein Kilogramm, das aktuell ei-nen Wert von rund 35.200 Euro hat, wird ab einem