US-Börsenaufsicht untersucht Hypotheken-Deals der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank sorgt aktuell wieder einmal für negative Schlagzeilen. Gerade erst musste die größte der nationalen Banken eine Milliardensumme zahlen. Aufgrund einer Untersuchung der US Behörden wurden äußerst dubiose Hypotheken Geschäfte aufgedeckt, die Anlass für die Zahlung gewesen sind. Nun ermittelt und untersucht die US Börsenaufsicht weitere Hypotheken – Deals der Deutschen Bank aus der Zeit nach Beginn der Finanzkrise aus dem Jahr 2008.

Der Vorwurf lautet, dass das renommierte Geldinstitut zahlreiche Kunden, Großanleger, Hedgefonds und Banken in hohem Maße dadurch übervorteilt haben sollen, indem sie die Wertpapiere zu künstlich überhöhten oder absichtlich niedrig gehaltenen Kursen verkauft oder respektive gekauft haben sollen. Durch diese bewusst falsch ausgewiesenen Bewertungen sollen demnach erneut Schäden in Milliardenhöhe entstanden sein.
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Deutsche Bank: Seit einem Jahr unter neuer Führung – Wo bleibt die Veränderung?

Seit genau einem Jahr steht mit dem Inder Anshu Jain und Jürgen Fitschen eine Doppelspitze dem größten deutschen Geldinstitut vor. Vor Jahresfrist waren beide angetreten, um die Deutsche Bank aus der wohl bislang schwersten Vertrauenskrise zu führen und einen vollständigen Kulturwandel einzuläuten. Doch nicht nur Analysten, Banker und Kunden fragen sich aktuell: „Deutsche Bank: Seit einem Jahr unter neuer Führung – Wo bleibt die Veränderung?“

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Beide sind bestrebt, die Aufräumarbeiten auf der Großbaustelle Deutsche Bank voranzutreiben und auch alles daran zu setzen, um das Vertrauen der Kunden und Investoren in das Geldinstitut wieder zu erlangen. Doch es zeichnete sich bereits während des ersten Jahres ab, dass dieses durchaus ein schwieriges Unterfangen sein wird. Zu viele Fehler sind seitens der Vorgänger gemacht worden, zu viel Vertrauen verspielt und zu viele Altlasten sind der Führungscrew von Josef Ackermann und Co. hinterlassen worden. Nach und nach soll es nun im Laufe der Zeit gelingen, das Flaggschiff des deutschen Finanzwesens wieder in ruhiges Fahrwasser zu geleiten und das Vertrauen von Investoren, Kunden und Aktionären zurück zu erobern.

Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Jain und Fitschen sind bestrebt, aus den Fehlern de Vergangenheit zu lernen und wichtige Veränderungen herbeizuführen. Zu den wohl prägnantesten Fehlern zählen sicherlich die Aktionen der Investmentbanker, denen der heutige Chef Jain seinerzeit vorstand. Fragwürdige Produkte (Emissionszertifikate) wurden hier ersonnen und verkauft, so dass schnell der schlechte Ruf vorauseilte. Auch die Rückstellung in Milliardenhöhe für Rechtsrisiken lässt erahnen, was alles noch auf die Deutsche Bank zu kommen könnte.

Aber auch Fitschen geriet im ersten Halbjahr seiner Amtszeit in die Negativschlagzeilen. Ermittlungen wegen vermeintlicher Umsatzsteuerhinterziehung richteten sich gegen das Geldinstitut und letztlich auch gegen den Vorsitzenden. Daneben stehen weitere Fehler aus der Vergangenheit zu Buche, die nicht nur das Image des größten deutschen Geldinstituts schädlich waren, sondern auch die Arbeit des Führungsduos nicht gerade leicht erschienen lassen. Diese Fehler auszumerzen und in der Zukunft ganz und gar auszuschalten hieß nun das Motto, dem sich beide Leader verschrieben haben. Daneben sollten Veränderungen und Wandel anstehen, um die Deutsche Bank wieder vertrauenswürdig ins rechte Licht zu rücken.

Insbesondere die Veränderungen wurden im ersten Jahr ihrer Amtszeit stark in Augenschein genommen und strengen Prüfungen unterzogen. Einiges des Angestrebten ist sicherlich auf der Strecke geblieben, anderes hingegen wurde tatsächlich verändert wie zum Beispiel:

  • Bonusausschüttung an langfristigen Erfolg geknüpft
  • Erfolgreiche Kapitalerhöhung
  • Kostenabbau zeigt Wirkung (ohne den befürchteten Stellenabbau)
  • Angestrebter Kulturwandel

Anhand dieser Aufstellung wird deutlich, wie schwierig es zu sein scheint, dass einstige Flaggschiff wieder ins rechte Fahrwasser zu führen. Zwar wurden einige Veränderungen angestrebt und auch eingeleitet, doch eine durchschlagende Wirkung ist bislang kaum zu registrieren. Es ist schon klar festzumachen, dass die Machenschaften aus der Vergangenheit den Wandel und die Veränderungen massiv behindern. Insbesondere im Segment des Wertewandels scheinen die Wunden besonders tief zu sein. So scheint klar festzustehen, dass Erfolgsprämien und Boni für die Spitze der Bank von erheblich höherer Bedeutung waren, als Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.

Weiteres Aufräumen ist notwendig

Mit der Vergangenheit aufzuräumen ist ein notwendiger und zwangsläufiger Prozess, der durch Fitschen und Jain weiter fortgeführt werden muss. Dazu zählt natürlich auch der von Co – Vorstand Jain angestrebte Kulturwandel, den auch Fitschen sicherlich tragen wird. Doch was wird, wenn Fitschen in zwei Jahren in den Ruhestand treten sollte? Die gewünschten Veränderungen werden bis zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch nicht abgeschlossen sein. Die bange Frage gilt nun dem Nachfolger von Jürgen Fitschen. Dieser sollte sich zumindest in der Nähe des Kollege Jain befinden und auch in diesem Punkt an einem gleichen Strang ziehen. Hier werden sich die Gremien aus Vorstand und Aufsichtsrat aber auch die Aktionäre sicherlich ihre Gedanken machen, um eine glückliche Personalie beschließen zu können. Schließlich sollte das Flaggschiff auch wieder einmal positive Schlagzeilen machen, so dass auch ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit wieder erlangt werden wird.