Was bleibt netto von einem Bruttogehalt übrig?

Immer wieder taucht die Frage auf, wieviel eigentlich vom monatlichen Bruttolohn ( Lohnauszahlung ohne Abzüge) netto übrigbleibt. Dies hängt von verschiedenen Komponenten wie Steuerklasse, Höhe des Gehalts oder der Kinderanzahl ab. Nachfolgend wollen wir Sie darüber informieren, welche Abzüge tatsächlich bei der Gehaltszahlung zu berücksichtigen sind und wieviel Prozent des Lohnes am Ende übrigbleiben.

Durchschnittseinkommen - Monatsbrutto nach Branchen in Q4 2012
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Renten- Arbeitslosen und Pflegeversicherung

Wir alle ärgern uns fast immer, wenn wir am Ende des Monates die “ kümmerlichen“ Reste unseres Bruttogehaltes überwiesen bekommen. Aber hier wird nicht nach Willkür Geld abgezogen sondern nach festen Prozentsätzen, die jährlich vom Staat festgelegt werden. Beginnen wir mit der Rentenversicherung. Dieser Beitrag beträgt derzeit insgesamt 18,9 Prozent des Bruttogehalts. Die wichtige Abgabe für die Arbeitslosenversicherung beträgt 3 Prozent. Beamte und Soldaten sind von dieser Abgabe befreit.

Die Pflegeversicherung erhält 2.3 Prozent des Bruttolohnes. Die Pflegeversicherung erhöht sich um 0,25 Prozent, wenn Sie kinderlos sind. Die gesetzliche Krankenversicherung beträgt zur Zeit 15,5 Prozent, wovon 8,3 Prozent der Arbeitnehmer und 7,2 Prozent der Arbeitgeber zu tragen hat. Alle gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge werden außer der gesetzlichen Krankenversicherung zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommen. Die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge berechnen sich nach der Höhe des monatlichen Einkommens. Liegt das Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, werden die Beiträge nur bis zur Höchstgrenze berücksichtigt. Für das über der Beitragsbemessungsgrenze liegende Gehalt muss kein Beitrag zu den einzelnen Sozialversicherungen bezahlt werden.

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung liegt die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2013 bei 4.350 Euro monatlich oder 52.200 Euro jährlich. In der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung werden 5.800 Euro monatlich oder 69.600 Euro jährlich in den alten Bundesländern sowie 4.900 Euro oder 58.800 Euro jährlich in den neuen Bundesländern als Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt.

Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Die zu zahlende Lohnsteuer berechnet sich nach dem Familienstand und den dazugehörigen Kindern. Es gibt insgesamt sechs verschiedene Steuerklassen. Alleinstehende werden grundsätzlich in der Lohnsteuerklasse I versteuert. Nur Ehepaare können zwischen unterschiedlichen Steuerklassen wählen. Verdient ein Ehepartner wesentlich mehr als der Andere, lohnt sich die Kombination aus Steuerklasse III und V. Verdienen beide Ehepartner fast dasselbe Gehalt, sollten sie die Kombination aus Steuerklasse IV und IV wählen.

Seit dem Jahr 2010 können Ehepaare die Kombination aus Steuerklasse IV und IV mit Faktor wählen. Dieser Faktor berücksichtigt den Splittingvorteil schon während des Jahres, sodass eine erhebliche Steuernachzahlung in der noch abzugebenden Steuererklärung vermieden werden kann. Der Faktor wird nach einer Formel berechnet, die im EStG §32a nachgelesen werden kann. Die Lohnsteuer selbst errechnet sich aus dem monatlichen Einkommen und liegt derzeit zwischen 14 und 45 Prozent des Jahreseinkommens. Dabei wird nach dem Prinzip vorgegangen, dass sich der Steuersatz erhöht, wenn ein höheres Einkommen vorliegt. Der Solidaritätszuschlag beträgt seit 1991 5,5 Prozent der zu zahlenden Lohnsteuer.

Werden im Monat weniger als 81 Euro Lohnsteuer fällig, fällt kein Solidaritätszuschlag an. Wer Mitglied einer Kirche ist, muss Kirchensteuer abführen. Diese beträgt grundsätzlich 9 Prozent von der Lohnsteuer. Wer aus den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg sein monatliches Einkommen bezieht, dem werden nur 8 Prozent abgezogen. Eine Kirchengemeinschaft besteht nicht nur aus Katholiken und Protestanten, sondern gliedert sich in alle staatlichen Institutionen, die als Kirche anerkannt wurden.

Fazit

Wenn man die Abzüge des monatlichen Gehalts mit den unterschiedlichen monatlichen Einkommen vergleicht, so kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass man am Monatsende fast nur noch 50 – 60 Prozent des Bruttogehaltes überwiesen bekommt. Der Rest geht für die gesetzlichen Abgaben drauf. Wer sich vorab ein genaues Bild über die Abgaben bei bestimmten Gehältern machen will, hat bei nettolohn.de die Möglichkeit, sich in wenigen Sekunden sein Nettogehalt ausrechen zulassen.

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